Impro-Theater - Grundregeln

Es gibt einige wichtige Regeln, die man beim Improvisieren beachten muss. Im folgenden die Übersetzungen einiger Regelsysteme:

Die 10 Gebote

Quelle: Brian David Phillips

  1. Du sollst nicht blockieren !
  2. Du sollst immer den Focus bewahren!
  3. Du sollst nicht gegennüber deinen Mitspielern glänzen!
  4. Du sollst keine Witze reißen!
  5. Du sollst immer durch alles, was zu dir gesagt wird, verändert werden!
  6. Du sollst nicht quasseln !
  7. Im Zweifelsfall durchbreche die Routine!
  8. Du sollst nicht kneifen!
  9. Wer versucht, clever zu sein, ist es nicht - Wer clever ist, versucht es nicht zu sein !
  10. Ist das Vertrauen klein, der Geist schwach, das Glück schwindet und dein Team verliert, mach dir nichts draus und lächle, denn "it just doesn't matter" !

Im folgenden einige andere Regelsysteme. Sie überschneiden sich zwar, aber sie weisen untereinander auch Unterschiede auf.

Stevie Rays

(gefunden bei Yes And, zitiert von Jill Bernard nach Stevie Rays, Minneapolis ):

  1. Hab Vertrauen - Trust
  2. negiere und blockiere nicht - Don't negate or deny
  3. Stelle keine Fragen - Don't ask questions (stammt meines Wissens ursprünglich von Del Close)
  4. Wähle eine Aktion aus - Make actional choices
  5. Mache Annahmen - Make assumptions (auch von Del Close?)
  6. Give and Take
  7. hör zu, pass auf und konzentriere dich - Listen, watch and concentrate
  8. Mach dich nicht dümmer, als du bist - Work to the top of your intelligence

Mike Short

(gefunden bei YesAnd: Personal Sets of Rules, übersetzt von Arne Poeck)

  1. Bleib bei dem, was du tust. Ganz gleich, was du für dich ausgewählt hast, werfe es nicht weg. Selbst, wenn es zunächst scheinbar keinen Sinn ergibt, vertraue darauf, dass es irgendwann einen Sinn geben wird. Denn: Wie interessant ist doch eine Welt, in der zwei scheinbar in Konflikt befindliche Örtlichkeiten, Haltungen, Konzepte, in Harmonie miteinander existieren ?!
  2. Dirigiere deine Mitspieler nicht, und zwar weder auf der Bühne, noch außerhalb der Bühne. Es ist die Aufgabe des Direktors, Anmerkungen zu machen.
  3. Es ist in Ordnung, Fragen zu stellen, wenn es sich "richtig anfühlt". Die einzige Gelegenheit, bei der Fragen schlecht sind, ist es, wenn du, der Akteur, nichts beizutragen hast und so die Last der Entdeckung deinem Mitspieler aufbürdest. (Pimping)
  4. Du hast immer etwas beizutragen. Mag es verbal, physisch, emotional oder eine Hinzufügung einer Stimmung (mood) sein oder eine "mise en scene" (Arrangements von Szenerie und Bühnenausstattungen, die den Handlungsort repräsentieren)
  5. Sei immer des Unterschieds zwischen dir, dem Akteur und dir, dem Charakter, bewusst
  6. Hab heine Angst davor, nicht zu sprechen. Fürchte nicht die Macht der Stille. Sei bewusst, dass, wie du etwas tust, genau so viel sagen kann, wie das, was du tust.
  7. Erforsche immer (Explore). Halte dich selbst immer an, deiner Gewohnheiten und Wiederholungen von Handlungsmustern bewusst zu sein. Pass auf, dass du nicht in einen Trott (rut) verfällst.
    Corollar:Es ist in Ordnung, mit der Improvisation auszusetzen. Wenn du merkst, künstlerisch zu stagnieren, nimm dir eine Auszeit und kehre mit frischen Augen zurück.
  8. Wenn du die Bühne betrittst, hab' etwas. Geh nicht auf die Bühne und wende dich langsam deinem Partner zu und warte ab, dass jener etwas tut, bevor du etwas machst. Hab immer etwas zu tun. Egal, was, es ist gut. Vertraue, dass es Sinn machen wird und siehe Regel 1.
  9. Innerhalb einer Zeitspanne gebe vor, Spiderman zu sein
  10. Wenn du noch nie mit deinem Partner vorher gespielt hast, stelle Augenkontakt her, bevor du auf die Bühne gehst.
  11. Spiel so, dass du dich am Ende der Show gut fühlst.
  12. Erinner dich daran, dass alle Lehrer (nur) Führer sind. Sie können dir eine gute Anleitung geben, aber am Ende musst du selbst die richtige Richtung finden.
  13. Du sollst die Namen von Charakteren nicht durcheinander bringen. Wenn du es jedoch tust, mach dir nichts draus. Es ist wirklich keine große Sache. Wenn du auf den betreffenden Charakter Bezug nehmen musst, verwende beide Namen. Um "Namensdurcheinander" zu vermeiden, verwende wirklich interessante oder einzigartige Namen. Oder nenne jede/n immerzu Terry, Dana oder Chris.

Sonstige Regeln

Weitere Improvisier-Regeln (aus verschiedenen Quellen):

Keith Johnstone greift oft gar zu Paradoxien:

Am Ende kann aber durchaus jede Regel auch durchbrochen werden. Selbst die "Agreement-Regel" kann durchbrochen werden, wenn sich alle einig darin sind, nicht einig zu sein ("agree to disagree")"Die einzige Regel ist, dass es keine Regeln gibt" (Close)